HP Quality Center

Veröffentlicht auf 28. Oktober 2008

Eins der weitverbreitesten und mächtigsten Testmanagementwerkzeuge ist das HP Quality Center.
Mit seiner Funktionalität ermöglicht es einem Testteam über den ganzen Testprozess hinweg ein und dasselbe Tool zu verwenden.
Leider wird meistens nur ein Bruchteil dessen genutzt, hier deshalb ein kurzer Überblick über die Möglichkeiten.

Wenn man ein Projekt auswählt und sich einloggt hat man folgende grundlegende Arbeitsbereich vor sich:

  • Requirements
    Unter Requirements werden die Anforderungen definiert.
  • Test Plan
    Unter Test Plan werden die Testfälle definiert, ihnen können Anforderungen zugewiesen werden.

Anforderungen und Testfällen können jeweils verschiedene Attribute zugewiesen und es können Attachements angehängt werden. Natürlich werden alle Änderungen protokolliert und die Daten sind versioniert. Sie werden jeweils in einer Baumstruktur abgelegt, diese Struktur sollte Softwareversionen und Testobjekte berücksichtigen.
 

  • Test Lab
    Unter Test Lab werden verschiedene zusammengehörende Testfälle in Testläufen, so genannten 'Test Sets' organisiert. Sie werden ebenfalls in einer Baumstruktur abgelegt, die Struktur sollte nach Abteilungen, Softwareversionen und Testobjekte gegliedert werden.
    Die 'Test Sets' können dabei immer wieder verwendet werden, da sie ebenso wie alle anderen Testdaten vom Quality Center versioniert werden. Alle Ergebnisse und eventuell angehängten Protokolle werden in einer Historienübersicht gelistet und können einzeln ausgewertet werden.
    Werden Fehler gefunden, können diese im nächsten Reiter erstellt und während der Testdurchführung den Testfällen zugeordnet werden. Die Defects sind somit auch im Reiter Test Plan sichtbar.Die Ergebnisse der Testläufe können grafisch dargestellt werden und in spezielle Richtungen ausgewertet werden, möglich sind zum Beispiel Testabdeckung von Testläufen, Verteilung der Testergebnisse, Zustand der Testobjekte, Arbeitsbelastung der Tester etc.
  • Defects
    Unter Defects werden gefundene Fehler festgehalten und verwaltet. Durch die Zuordnung zu Testfällen können somit detaillierte Auswertungen zu Fehlerschwerpunkten gemacht oder Trends analysiert werden.


Für die Integration der Testautomatisierung in das HP Quality Center kann zum Beispiel das so genannte VAPI-XP verwendet werden.
Man stellt dazu einen manuellen Testfall unter 'Test Plan' 'Design Steps' auf VAPI-XP um und kann dann unter dem Reiter 'Test Script' ein Script in Visual Basic erstellen. In der Regel sollte das Script auf ein Testautomatisierungstool zugreifen und ein zu einem Testfall gehörendes Script ausführen. Durch den Zugriff auf die sogenannte "Quality Center Open Test Architecture API" kann die Testdurchführung protokolliert werden, das Ergebnis ins Quality Center zurückgeschrieben werden und Attachments hochgeladen werden.
Des Weiteren können über diese Methode ganze TestSets, die im 'Test Lab' definiert sind angestoßen und ausgewertet werden. Ideal für häufige Regressionstest und tagesaktuelle Statusinformationen!

Das Quality Center deckt also auf jeden Fall alle grundlegenden Management-Aufgaben die während eines Testprojektes anfallen sehr gut ab und ist durch eine Erweiterung über die Testautomatisierung mit einem zusätzlichen Tool ideal für manuelle Tests, wie auch für automatisierte Tests, wie z.B. die Eingangstests.

Einen Freifahrschein soll dies allerdings auch nicht darstellen. Das Quality Center ist somit bestimmt ein guter Anfang, wenn man nichts falsch machen will, ob es allerdings auch die optimalste Lösung für Ihr Projekt ist, sollten sie sorgsam prüfen.

Ob sich die Einführung eines Testmanagementsystems wirklich lohnt, erfahren sie hier.

Geschrieben von Robert Bullinger

Veröffentlicht in #Testmanagement

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