IEC 61508 und ISO 26262

Veröffentlicht auf 2. September 2011

Die IEC 61508 "Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme" ist eine internationale Industrienorm zur Entwicklung von Systemen, von denen eine potenzielle Gefahr für Leib und Leben von Personen ausgeht.
 
Sie besteht aus folgenden Teilen:
0 - Funktionale Sicherheit
1 - Allgemeine Anforderungen
2 - Anforderungen an sicherheitsbezogene elektrische/elektronische/programmierbare elektronische Systeme
3 - Anforderungen an Software
4 - Begriffe und Abkürzungen
5 - Beispiele zur Ermittlung der Stufe der Sicherheitsintegrität
6 - Anwendungsrichtlinien
7 - Anwendungshinweise über Verfahren und Maßnahmen
 
Zusätzlich zur "normalen" Entwicklung werden kritische Teile weiteren Bewertungs- und Prüfmaßnahmen unterzogen, die je nach Safety Integrity Level (SIL, 1-4) Einstufung steigen und während des gesamten Systemlebenszyklus erfüllt werden müssen.  Zu den Maßnahmen gehören redundante Systeme, durchgehende Dokumentationen und Nachweiße, aktive Fehlervermeidung, laufende Reviews, FMEA, Hazard ...
Die Anwendung der Norm ist freiwillig, sie wird jedoch in einigen Industriebereichen (Automobil, Luftfahrt), in denen das Produkthaftungsrecht entscheidende Auswirkungen haben kann, vorausgesetzt.
 
Im Laufe des Jahres 2011 wird die Norm ISO 26262 zur funktionalen Sicherheit von Straßenfahrzeugen, welche auf IEC 61508 aufbaut, diese für die Automobilbranche ablösen.
Sie enthält den derzeitigen Stand von Wissenschaft und Technik, über die erforderlichen Maßnahmen, um die vom Verbraucher aktuell erwarteten Sicherheitskriterien zu erfüllen. Das heißt aber immer noch, dass sich die Anforderungen in der Praxis stets erhöhen werden und das reine Erfüllen der Norm auf Lange Sicht für die Automobilfirmen nicht ausreichend sein wird.
 
Die neue Norm besteht aus folgenden Teilen:
1 - Glossar
2 - Management Funktionaler Sicherheit
3 - Risikobewertung und Konzeptionierung
4 - Systementwicklung
5 - Hardwareentwicklung
6 - Softwareentwicklung
7 - Produktion und Betrieb
8 - Unterstützende Prozesse
9 - ASIL- und sicherheitsorientierte Analysen
10 - Leitfaden
 
Die Safety Maßnahmen werden aus der für die Automobilbranche angepassten Automotive Safety Integrity Level (ASIL) abgeleitet, welches für jedes kritische Teil (auch von Zulieferern oder zur Entwicklung verwendete Software) ein Level (A-D, bzw. QM für nicht kritische Systeme) über spezielle Analysen, durchzuführende Reviews und Audits oder Assessments festlegt.  Die Einstufung erfolgt dabei nach der Häufigkeit des Auftretens, der Beherrschbarkeit und der Schwere der Auswirkung, falls eine Fehlfunktion nicht beherrscht werden kann.

 

Geschrieben von Robert Bullinger

Veröffentlicht in #Methoden und Standards

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Marco H. 03/13/2012 15:32


Sehr guter Beitrag der die internationale Normenreihe ISO 26262 kurz und kompakt ein einigen Worten zusammenfasst.
Damit wird die funktionale Sicherheit nicht nur den Fachleuten näher gebracht. 


Besten gruß,


Macro

Robert Bullinger 03/14/2012 08:56



Danke für den Kommentar.