Qualitätsmerkmale nach ISO 9126

Veröffentlicht auf 3. September 2008

Für den Test ist eine möglichst eindeutige und objektiv bewertbare Definition der Qualitätsmerkmale eines Softwareprodukts im Test Plan nötig. Diese Merkmale werden meist vom Management vorgegeben und ermöglichen dem Test eine gezielte Planung und die Erbringung des Nachweisses, dass die Software ein bestimmtes Qualitätsniveau erreicht hat.

Durch Metriken und Schwellwerte können diese Merkmale eindeutig definiert werden. Werden diese Werte erreicht oder über-/unterschritten wird meist der Test beendet. Die Werte sollten dabei realistisch gewählt und sich an der Qualitätspolitik des Unternehmens orientieren. Kosten und Nutzen des Tests (z.B. Folgekosten < Testkosten) sollten dabei natürlich berücksichtigt werden.

Um die Definition von Qualitätsmerkmalen zu erleichtern kann auf die Norm ISO 9126 zurückgegrifen werden.
Sie gliedert die Eigenschaften von Softwareprodukten in folgende Haupt- und Untermerkmale und zeigt, wie diese Merkmale geprüft werden können:

  • Änderbarkeit
    • Analysierbarkeit
    • Modifizierbarkeit
    • Stabilität
    • Prüfbarkeit
  • Benutzbarkeit
    • Verständlichkeit
    • Erlernbarkeit
    • Bedienbarkeit
  • Effizienz
    • Zeitverhalten
    • Verbrauchsverhalten
  • Funktionalität
    • Angemessenheit
    • Richtigkeit
    • Interoperabilität
    • Ordnungsmäßigkeit
    • Sicherheit
  • Übertragbarkeit
    • Anpassbarkeit
    • Installierbarkeit
    • Konformität
    • Austauschbarkeit
  • Zuverlässigkeit
    • Reife
    • Fehlertoleranz
    • Wiederherstellbarkeit


Wichtig bei der Definition ist dabei, dass nicht alle Merkmale definiert werden müssen, sondern nur die für das Softwareprodukt sinnvollen und durch die Anforderung abgedeckten. Merkmale, die nicht getestet werden, sollten im Test Plan in einem eigenen Kapitel erwähnt werden (siehe IEEE 829).

Geschrieben von Robert Bullinger

Veröffentlicht in #Methoden und Standards

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