Kanban

Veröffentlicht auf 18. Mai 2010

Als jemand, der sich gut mit Softwaretools auskennt, werde ich immer wieder gefragt, was das beste Projektmanagementwerkzeug ist oder welches ich empfehlen kann. Die Antwort ist für mich eindeutig, es sollte so simpel und einfach wie möglich sein, wie etwa eine Pinnwand und viele Zettel zum hinpinnen.

In den meisten Fällen ist es für die tägliche Arbeit ausreichend und jeder kann sofort den aktuellen Stand erkennen.

Eine ebenfalls simple Methode für die Projektarbeit aus dem agilen Umfeld ist Kanban.
Nach Kanban wird ebenfalls mit einer einfachen Wand, die den Workflow für ein Work Item visualisiert, gearbeitet.

Dazu werden alle Work Items (Anforderungen, Aufgaben, Änderungen, Aktualisierungen, ...) auf einfache Zettel notiert und ganz links angeheftet. Bei regelmäßigen Meetings werden die Work Items besprochen und an Bearbeiter verteilt. Sobald jemand ein Work Item bearbeitet oder das Work Item im Workflow in die nächste Phase gelangt, wird der zugehörige Zettel nach rechts verschoben und ggf. eine Kurzinfo darauf notiert oder ein neuer Bearbeiter darüber informiert. Ist das Work Item fertig bearbeitet, ist es ganz rechts angekommen und der aktuelle Bearbeiter kann sich von weiter links einen neuen Zettel vornehmen.
Für jede Phase des Workflows gibt es ein eigen festgesetztes Maximum an Zettel, die diese Phase erreichen können. So soll verhindert werden, dass zu viele Work Items in Bearbeitung sind und das Team die Kontrolle über die Projektarbeit verliert.

Für die Planung des Projektvorgehens wird jedes mal neu die durchschnittliche Zeit ermittelt, die ein Work Item benötigt, um den Workflow zu durchlaufen und nach möglichen Optimierungsmaßnahmen gesucht.

Viele Fragen für die tägliche Arbeit, wie z.B. Rollen, Phasen, Projektverfolgung, Meetings, Iterationslängen, max. Anzahl an Work Items pro Phase, Priorisierung von Work Items etc. bleiben durch Kanban unbeantwortet, dies ist aber beabsichtigt.
Die Vorgabe lautet auch hier so lange es simple, einfach und funktional ist, ist alles erlaubt. Just "Do The Right Thing", sollten Sie nicht wissen wie, dann experimentieren Sie etwas und probieren Sie aus. Verändern Sie es, auch während Iterationen, solange bis es optimal für Sie ist, Kanban lebt davon!

In diesem Sinne: "Make many failures, make them first, make them fast and learn from. Good luck!"

http://www.crisp.se/kanban
http://www.crisp.se/henrik.kniberg/Kanban-vs-Scrum.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanban_in_der_IT

Geschrieben von Robert Bullinger

Veröffentlicht in #Projektmanagement, #Agil

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Georg Heine 08/27/2010 13:49



kanban...Hmm..interessant! Freu mich endlich darueber zu lesen. danke fuer die Gelegenheit!



Robert Bullinger 08/27/2010 15:48



Gerne geschehen Herr Heine!


Im übrigen möchte ich aufgrund von bestimmten Anfragen nochmal verdeutlichen, dass Kanban keine Software zur Verwaltung benötigt!! Alles viel zu kompliziert und aufwendig. Halten Sie es mit
Kanban so einfach wie es Ihnen nützlich ist.



Carsten - Der Softwareentwickler Blog 05/18/2010 11:59



Hallo,


interessant, ich kannte den Begriff Kanban bisher nur im Bereich der Produktionsplanung für den Materialfluss. Man lernt ja nie aus!


Carsten 



Robert Bullinger 05/18/2010 12:33



Hallo Carsten,


Kanban hat auch dort seine Wurzeln. Aber wie z.B. Lean oder Six-Sigma werden solche Managementmethoden zur Optimierung der Prozesse und Qualität gerne für die Softwareentwicklung angepasst.


Viele Grüße