Was ist ein DV Konzept?

Veröffentlicht auf 29. September 2010

Ein Datenverarbeitungskonzept oder kurz DVK ist eine Verarbeitung des Fachkonzeptes aus Entwicklungssicht.
Es beschäftigt sich mit der Umsetzung der Anforderungen aus technischer Sicht und beinhaltet bereits detaillierte Angaben, wie die Software realisiert werden soll.

 

Folgende Punkte sollte ein DV Konzept beinhalten, sofern sie anwendbar sind:


* Analyse der Produktionsumgebung und Bestimmung der Entwicklungsumgebung
* Bestimmung der einzusetzenden Werkzeuge und Software für die Realisierung und Betrieb
* Design und Visualisierung der Softwarearchitektur, z.B. mit einem Komponenten oder Klassen Diagramm
   Beschreibung von Aufbau und Funktion der Komponenten
* Beschreibung und Visualisierung der Verarbeitungsschritte bzw. des Arbeitsablaufs
   z.B. mittels eines Aktivitäten oder Sequenz Diagrammes
* Detailliertes Design und Visualisierung des Datenhaltungsmodells (Database Model, Entity Relationship Diagram)
   Genaue Beschreibung der Eingangsdaten, Ausgangsdaten, der Datenbanktabellen, etc.
* Beschreibung der Schnittstellen
* ggf. Design der Benutzerschnittstellen und der Benutzeroberfläche
* Beschreibung von zu verwendeten Algorithmen und Codeteilen
* ggf. Benennung von Wiederverwendbaren Objekten aus früheren Projekten

Der Entwickler macht sich auf Basis diese Konzeptes an die Entwicklung.

Für die Qualitätssicherung ist dieses Dokument von Bedeutung, da bereits hier ein erstes Review durchgeführt werden kann und Qualitätsaspekte bewertet werden können. Änderungen sind in diesem Stadium auch noch relativ einfach durchzuführen, im Gegensatz zu Änderungen die während der eigentlichen Testphase nötig werden.

Gleichzeitig kann bereits hier mit der Erstellung der Testumgebung und der Bereitstellung von Testdaten begonnen werden, dies kommt ggf. auch bereits dem Entwickler zu gute. Je nach Projektart ist es auch möglich erste Testfälle zu spezifizieren und sich Gedanken um deren Anordnung und Priorisierung zu machen. So kann man beispielsweise Testfälle definieren, die die Software erfüllen muss, bevor sie an das Testteam übergeben wird, da weitere Tests gegebenenfalls sonst aufgrund des Softwarestands oder des Testaufbaus keinen Sinn machen.

Die Software wird zudem bei einem ersten Test auf die Einhaltung des DV Konzeptes überprüft, den leider kommt es auch immer wieder vor, dass sich Entwickler nicht an den Inhalt halten und nicht abgesprochene Änderungen vornehmen. Dies führt unter Umständen dazu, dass Schnittstellen und Funktionen nicht richtig bereitgestellt werden, sich Software anders verhält, mehr Ressourcen benötigt werden und ggf. im Endeffekt das ganze Projekt verzögert wird.

 

Geschrieben von Robert Bullinger

Veröffentlicht in #Softwareentwicklung

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